Dienstag, 18. Mai 2021

Buchkritik: Sophie Passmanns neues Buch Komplett Gänsehaut

 

reciproque#4.1 // Sophie Passmann_Komplett Gänsehaut



Du sollst nicht langweilen. Billy Wilders elftes Gebot. Der Autorin von „Komplett Gänsehaut“ versteht sich als Satirikerin. Ich las die Beschreibungen „manische Bewerterin“, die „einfach wunderbar schreiben“ kann. Da ist viel dran. Ob Jimi Hendrix eine „universale Musik“ vorhatte, woran er wegen Beitritt in den Club 27 scheiterte … Oder ob vom Clubmitglied Janis Joplin das Bild des traurigen Stars bleibt, dem keiner „unter das T-Shirt“ will, geschenkt. Beides stellt Anspruch und Scheitern dar. Was komisch wie heilig aussieht. Und prompt twittere Sophie Passman (gestern) „Vollste Solidarität mit allen Peinlichen“. Wenn dieses Buch kein Hohelied auf „jede mögliche“ Peinlichkeit ist, welches dann? 

Meine "Gänsehaut"-Kritik und die Rezension von Jenny V. Wirschky ist hier zu lesen: http://reciproque.de/reciproque4-2-sophie-passmann_komplett-gaensehaut (Stand 18.05.2021)

Bleibt euch gewogen!

Bleibt dran! 

Sonntag, 25. April 2021

"Was mich echt ankotzt..."



Twitterperle 


Die Fraktion der Freien Demokraten  am 23. April 2021 im Bundestag:

https://twitter.com/fdpbt/status/1385585080869994496

"Was mich echt ankotzt: Dass hier im #Bundestag immer wieder diese Reden kommen, 

die den Osten und die Arbeitsverhältnisse dort NUR schlecht reden. Die 

Ministerpräsidentin der SPD in MeckPomm macht seit Jahren nichts anderes!" 

Aus diesem Anlass wiederhole ich sehr gern meinen  Kommentar  "Schales Revolutionsglück.               

Über die Freiheit und ihre Abgründe im ehemaligen Geltungsgebiet der DDR", in:                                  

"Die Politische Meinung", Ausgabe 551.                                                                                     

 https://www.kas.de/de/web/die-politische-meinung/artikel/detail/-/content/schales-revolutionsglueck

Der Kommentar ist auf der Webseite der KAS auch als PDF greifbar.

Die Lektüre lohnt sich. Stilistisch auch. Versprochen. 

Bleibt wohlauf!

Bleibt einander gewogen! 


Montag, 15. März 2021

Buchkritik: Antonio Pigafetta Die erste Reise um die Welt

 

reciproque#3.2 // Antonio Pigafetta_Die erste Reise um die Welt




Antonio Pigafettas Chronik der ersten Weltumseglung ist mehr noch als ein einzigartiges Zeitdokument. Zum präzisen Blick auf die verschmelzenden Ereignisse gesellt sich feinsinnige Kritik. Die geschieht durch nüchternes Benennen. Der Handel mit feinster Leinwand, Glasperlenschnüren, vergoldeten Bechern aus Glas geht zunächst auf. Auf allem liegt Frieden. Bis der Missionierungsplan greift. Die Missionierung blickt auf die Kolonialisierung Südostasiens. Das kommt nicht gut an. In der Übersetzung Christian Jostmann liegt Antonio Pigafettas beeindruckender Bericht erstmals in Gänze auf Deutsch vor.

Zunächst lässt die Lektüre überraschend entdecken, der ersten unfreiwilligen Weltumseglung zu folgen. Die fünf Schiffe Magellans hatten den Auftrag für Spanien Gewürze in der noch namenlosen westlichen Masse der Ozeane zu finden. Die östliche Richtung hielt vertraglich Portugal in der Hand. Verschiedene Geschicke treiben die Reisenden weiter.

Wenn aber am Zwieback Würmer nagen, das Wasser faulig ist und den Seeleuten der Vitamin-C-Mangel zunächst die Zähne wegreißt, lautet im 16. Jahrhundert das Todesurteil Skorbut. In den 1082 Tagen von 1519 bis 1522 packt sich das Meer das Gros der Expeditionisten um Kapitän Ferdinand Magellan. Der Entdecker überquerte von Spanien aus den Atlantik und sichtet an der lodernden Südspitze Südamerikas eine Durchfahrt zum Pazifischen Ozean. Ob des phänomenalen Flammenmeeres nennt er diese Feuerland. Der Triumph der ersten historischen Weltumseglung bleibt von Beschwernissen überschattet. Von den fünf Schiffen der Flotte kehrt im September 1522 ein einziges zurück und Pigafetta ist einer von gerade achtzehn Überlebenden.

Derweil begleitete das Element Feuer die gesamte Reise als verheerende Kraft. Seit Jahrhunderten greifen „ökonomische Interessen, politische Machtansprüche“ und Missionssucht ineinander. Wird mit Kanonendonner [...]

Zur Rezension in Gänze sowie der Pigafetta-Kritik von Jennifer V. Wirschky  bitte hier entlang bitte: http://reciproque.de/reciproque3-2-antonio-pigafetta_die-erste-reise-um-die-welt  (Stand 15.03.21) 

Axel Reitel

Antonio Pigafetta Die erste Reise um die Welt (erstmals vollständig übersetzt und kommentiert von Christian Jostmann), wbg Edition 2020, 272 Seiten mit 23 farbigen Originalabbildungen, 28 Euro 

Freitag, 5. März 2021

Poetry, Coronakiller: Wieviel Liebe überlebt den langen pandemischen Winter?



                      

Wenn dann doch ein paar Gedanken zu Covid-19 in Versform sich kleiden wollen.  Heute online gestellt in der Rubrik  "Recent Post" der zweisprachigen Zeitschrift Glossen|German Literatur after 1945.  Ich habe mich gefreut. Und möchte diese Freude gern teilen. 

Wieviel Liebe überlebt den langen pandemischen Winter?

Published by  at 3:38 am under Uncategorized

Wieviel Liebe überlebt den langen pandemischen Winter?

 

Bild1

 

Wieviel Liebe überlebt den langen pandemischen Winter?

Wird es heißen,

die Pandemie ist vorüber, die Welt blieb der Liebe treu?

Oder wandelt Vernunft sich zum Zugvogel

und zurückbleibt die Religion Egomanie?

Liegt der Himmel unter deinen eigenen Interessen?

Siehst du in der Politik den tätigen Feind?

Es hieß, der Krieg war vorüber, die Welt verliebte sich neu.

[...]  


Zum Gedicht in Gänze - this way (Link): 

http://blogs.dickinson.edu/glossen/2021/03/05/wieviel-liebe-uberlebt-den-langen-pandemischen-winter/

Bleibt wohlauf!

Und bleibt einander gewogen!




 





Freitag, 12. Februar 2021

Echolote in Corona-Zeiten: Der Autor und Physiker Gabriel Berger im Zeitzeugen-Gespräch

                                                                    ECHOLOTE 

                       
                        Bürgerkomitee 15. Januar e.V.





Erzählen Sie uns Ihre DDR-(Repressions-)Geschichte Zeitzeugen-Interviews Aufarbeitungsverein Bürgerkomitee 15. Januar e.V. , Berlin hier Gabriel Berger, Physiker, Haft und Freikauf 1977 Interview Dr. Christian Booß 31.1.2021

Ein interessantes Projekt, in unserer anhaltenden Pandemie dank moderner Techniken wie ZOOM machbar. Einige wenige Fragen und der Zeitzeuge kommt gut eine halbe Stunde ausführlich zu Wort und glücklicherweise auf den Punkt. Kann man - hier sich und unbekannte andere damit meinend - ein neues "Echolot" in ein paar Jahren erwarten?



Echolote sind es schon mal. 

Bleiben Sie wohlauf!

Bleiben Sie uns gewogen!

Ich hoffe, das Video läuft oder eben hier:  Bio Berger projekt 310121 - YouTube










Freitag, 8. Januar 2021

Kanu: Bo Diddley, Joeʼs Bierhaus am Theodor-Heuss-Platz

Bo Diddley, Joeʼs Bierhaus

 

am Theodor-Heuss-Platz

 

Axel Reitel, Berlin

 

" Gib mir tausend Küsse, darauf hundert,
dann tausend weitere, dann ein zweites Mal hundert,
darauf ununterbrochen weitere tausend, danach hundert.

Catull

 

Die Erinnerung an das Unerreichbare der Rockzeitschriften

vor dem Eisernen Vorhang und die Erinnerung an mein Entkommen

aus der gefräßigen Provinz und der innerdeutschen Grenze

geben sich folgendes Stelldichein: auf der Bühne Lady in Black

aus Garmisch-Partenkirchen, ganz in schwarzes Leder,

darauf leuchtendes Blond, neben Bo Diddley aus McComb,

Mississippi: Mona lauschend, in der Version der Rolling Stones,

im Kanu, in Porters Küche, in Plauen, dazu englischer Kuchen und Portwein,

als letzte Mahlzeit quasi vor dem Abzischen in die Freiheit

und dem dazugehörenden Jahr im Loch. So war die Regel.

Who do you love? Bo Diddley pflückte S.C. aus dem Publikum

und nach dem Konzert in Tempelhof, Gontermannstraße 54,

lief Too shy, als sie, wie sah sie mich nur an dabei… in den Sessel tiefer sank,

wars endlich Zeit, der Freiheit ins Gesicht zu sehen.


Berlin Mierendorff Insel, abgeschlossen und autorisiert für Glossen am 27.11.2020.

© 2020 by Axel Reitel


 







West-Berlin, 1980er. Joe’s Bierhaus am Theodor-Heuss-Platz.                                                                                              (Heute Joe’s Wirtshaus) Foto: Axel Reitel Archiv. 

Gontermannstraße 54. Die Wohnung mit den geschlossenen Rollläden. 
Foto: Axel Reitel Archiv 








Bleiben Sie wohlauf! Bleiben Sie gewogen!



Donnerstag, 7. Januar 2021

Literatur nach 1945: Glossen 46 | 2020/21

 

Glossen #46 | Dec 2020

 

Wind of Change:

Transatlantic Soundtracks After 1945, Part II

 

I. Vorwort / Forword:

Frederick A. Lubich | „The Sound of Music“: Exile, Emigration and Beyond

 

„Wind of Change“:

 

Transatlantic Soundtracks after 1945, Part II:

 

„The Sound of Music“:

Exile, Emigration and Beyond

Frederick A. Lubich , Norfolk, Virginia

 

 

Die vorliegende Glossen-Nummer #46 stellt eine thematische Weiterführung des in der vorherigen Ausgabe begonnenen Spannungsbogens dar, den die Entwicklung der musikalischen Moderne seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zwischen der Alten Welt und der Neuen Welt geschlagen hat. Die in der Einführung zur letzten Ausgabe bereits umrissenen Aspekte dieser transatlantischen Thematik können am folgenden Musikbeispiel noch weiter skizziert und illustriert werden.

„The hills are alive with the sound of music“, dieses Lied aus dem Musical The Sound of Music von Rogers und Hammerstein (1959) war nicht nur lange ein Gassenhauer weit über den New Yorker Broadway hinaus, in der Verfilmung von Robert Wise (1965) wurde auch noch das Szenenbild mit der vor einer malerischen Bergkulisse so beschwingt singenden und tanzenden Julie Andrews zu einem ikonischen Scenario des Hollywood-Kinos. Inspiriert war diese kreative Kollaboration zwischen der Lichtspielwelt von Los Angeles und New Yorks Schauspielbühne vom Schicksal der österreichischen Trapp-Familie, die vom Dritten Reich in die Neue Welt auswanderte und in den Bergen von Vermont eine neue Heimat fand. So wie die ursprünglich deutsche Filmversion zu einem der größten Kassenschlager der jungen Bundesrepublik wurde, so wurde die amerikanische Filmversion schließlich zu einem der größten Filmerfolge weltweit.

Für ein amerikanisches Musical-Publikum bildete The Sound of Music in jener Zeit nicht nur eine sentimentale Brücke zurück in die einst so hochgerühmte deutsch-österreichische Musikkultur, sie inspirierte auch viele amerikanische Jugendliche zum Studium der deutschen Sprache. Ich habe dies selbst von Studierenden erfahren, als ich in den achtziger Jahren fast ein Jahrzehnt lang in New York City unterrichtete.

Ende der neunziger Jahre erlebte The Sound of Music ein Comeback als „Sing-Along Sound of Music“ auf dem Londoner Lesbian and Gay Film Festival und begann ein langjähriges Revival im New Yorker Ziegfeld Theatre. Teilnehmer dieser Sing-Along-Events treten bis heute oft in entsprechenden Kostümen auf und verwandeln derartige Veranstaltungen immer wieder in mehr oder weniger flamboyant-komödiantische Tuntenbälle, die sich als cross-cultural montages aus Weimarer Cabaret und deutschem Heimatfilm inzwischen in zahlreichen Ländern rund um die Welt großer Beliebtheit erfreuen.

Derartige Hommagen an dieses Musical, sowie Parodien und Persiflagen seiner Konventionen und kulturellen Traditionen reflektieren und repräsentieren auch auf kongeniale Art und Weise die mannigfaltigen transatlantischen Beeinflussungen und wechselseitigen Weiterentwicklungen der deutsch-amerikanischen Populärmusik seit der Mitte des letzten Jahrhunderts, die in den folgenden Texten, ihren poetischen Reminiszenzen und kulturhistorischen Analysen, weiter illustriert und illuminiert werden.


Hier geht es zur Ausgabe in voller Länge: http://blogs.dickinson.edu/glossen/glossen-46-2020-current-issue/i-vorwort-foreword-the-sound-of-music-exile-emigration-and-beyond/ (Stand 07.01.2021) 

Buchkritik: Sophie Passmanns neues Buch Komplett Gänsehaut

  reciproque#4.1 // Sophie Passmann_Komplett Gänsehaut Du sollst nicht langweilen. Billy Wilders elftes Gebot. Der Autorin von „Komplett Gän...