collegium novum: Blog zur Zeitgeschichte

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Donnerstag, 22. Mai 2014

Wahltipp: Lichtschein zur Europawahl: am 25. Mai 2014 in Plauen im Vogtland: Alexandra Glied


Stadtratswahl 2014 in Plauen Vogtland

Am 25. Mai 2014 finden in Plauen (Vogtland/Sachsen)  neben Europa-,  Kreistags- und Ortschaftsrats- auch die Stadtratswahl  statt.  Der im Herbst 1993 entstandene  Plauener  Gewerbeverein  Initiative Plauen  e.V., - als Vertretung des  Einzelhandels und der Gastronomie der Spitzenstadt Plauen - hat die  Hotelinhaberin und Leiterin Alexandra Glied als Kandidatin für ein Stadtratsmandat nominiert. Ich  möchte mich für ihre Wahl in den Stadtrat stark machen.






Ja, gebt ihr Eure Stimme!!! Warum? Sie besitzt die hohe Schulbildung, 1 A Fachkompetenz und ist durch ihren Job als Hotelinhaberin und - Leiterin absolut bürgernah. Sie öffnet Jahr für Jahr jungen Menschen die Tür ihres Hauses für eine fachgerechte Ausbildung im Bereich Gastronomie, gemäß der hohen EU-Standards. Ihre Ideen bereichern sowohl das kulturelle Leben Plauens wie sie zur wirtschaftlichen Kompetenz der Vogtland-Metropole 
beiträgt. 

Last but not least hat sie keine Leichen aus Diktatur-Zeiten im Keller. Auch in diesem Punkt wird Alexandra Glied frischen Wind in das altehrwürdige Plauener Rathaus bringen. Gebt ihr eure Stimme für eine freundliche, 
kompetente Zukunft der Vogtland-Metropole!!! Auf zu Liste 6!!! Für Alexandra Glied!!!

Vielen Dank und bleiben sie dran!

Weitere Informationen finden Sie hier: http://initiative-plauen.com/

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Samstag, 17. Mai 2014

Übersetzung: Der Berliner Mauer Choral (1. Fassung) - The Berlin Wall Tune erstmals ins Deutsche

The Berlin Wall Tune 

by Joseph Brodsky 

for Peter Viereck

                              

                                           Foto: http://www.biography.com/search/Joseph%20Brodsky#awesm=~oEBPKgmL46WsoO                        






















Der Berliner Mauer Choral (The Berlin Wall Tune)
Ein Gedicht von Joseph Brodsky
Übertragen von
Von
Axel Reitel

Vorbemerkung zur Übersetzung:

Das Gedicht „The Berlin Wall Tune“ von Joseph Brodsky schrieb ich mir aus dem Band „To Urania“ in meine China-Kladde ab. Ich befand mich im Buchladen „Barnes & Nobles“, Court Street, Brooklyn-New York. Es war der 10. Januar 2001, ein klarer, kalter Wintertag. Kladde und Gedicht fand ich an meinem Geburtstag im April 2014 in meiner Wohnung wieder. In der Kladde steht auch der Preis des Bandes: es waren 28 Dollar. Ich erinnere mich, wie ich zögerte: schließlich war ich, auch um Kosten zu sparen, per pedes von meinem Hotel, 401 Seventh Avenue at 33rd Street, New York City 10001, Manhattan, über den Battery Park rüber zu den Twin Towers gequert, weiter zur Brooklyn Bridge, stets die Nikon dabei, – bald im Objektiv Ellis Island, den Hudson, Miss Liberty, darüber einen Winterhimmel in Pastellblau, eingewoben gelbe, rote Sphärentöne – um endlich im berühmtesten Buchladen Brooklyns als geprüfte Leseratte einen treasure aufzustöbern. Der Band "To Urania" war dieser Schatz. Allerdings glaubte ich zu wissen, dass ich die übrigen Gedichte in „To Urania"* bereits kannte, deshalb kaufte ich mir ein anderes, auch etwas preiswerteres Taschenbuch: „Teachers & Writers Guide to Walt Whitman“ vom „Teachers & Writers Collaborative New York ". Walt Whitmanns "Grashalme" übten einst eine ähnliche elektrifizierende Wirkung aus mit ihrem Übergesang der Emanzipation von allen inneren-äußeren Feinden zu einer entschleierten, unverschlossenen, geistigen Freiheit von "Raum und Zeit"**. Genauso vertraut, wie mit diesem meinem Thema, das mich in meinem frühen Leben in der zweiten deutschen Diktatur beschäftigte, war ich längst auch mit Brodskys Generalthema, dem Thema des Exils in seinen amorph zerfließenden Formen, – Exil des Geistes, Exil des Körpers usw.- vertraut und nicht weniger elektrifiziert, als ich an einem Schöneberger Frühjahrestag 1983 zum ersten Mal seine Gedichtsammlung „Einem alten Architekten in Rom“ aufschlug: war mir doch durch meine eigenen Gefängnisaufenthalte und den Freikauf durch die Bundesrepublik gerade dieses Thema sozusagen strafkolonistisch ins Herz tätowiert. Darüber zu schreiben setzte sich wie ein Test nach dem anderen fort im Umgang mit der gewonnen Freiheit, auch unzensierter Darstellung dessen, was war: eine künstlerische Prozedur, die sowohl der Wahrheit bedarf und doch an ein weiteres Gesetz, an das Gesetz der „Einsicht in die künstlerische Notwendigkeit“ gebunden ist, jedenfalls sobald der Motor der Ausgestaltung ein künstlerischer Anspruch ist. Diese von Sophokles intendierte Notwendigkeit soll den Künstler letzten Endes vor allem davon abhalten, „des Guten zu viel zu tun“*** Diese Notwendigkeit begleitete mich, - nun abschließend – bei meiner Übersetzung Zeile um Zeile.

Und hier das Gedicht:

The Berlin Wall Tune
by Joseph Brodsky
for Peter Viereck
Der Berliner Mauer Choral
von Joseph Brodsky
für Peter Viereck
This is the house destroyed by Jack.
This is the spot where the rumpled buck
stops, and where Hans gets killed.
This is the wall that Ivan built.
Dies ist das Haus, zerstört von Jack,
Dies ist der Ort, wo Dollars sind Dreck
wo Hans den Tod fand, wer immer abhaut
Dies ist die Mauer, die Ivan gebaut.
This is the wall that Ivan built.
Yet trying to quell his sense of guilt,
he built it with modest light-gray concrete,
and the booby-traps look discreet.
Dies ist die Mauer, die Ivan gebaut.
Hoffend dass sein Sinn für Schuld abflaut,
baute er sie aus lichtgrauem Stein,
und über Minen zog er Gras zum Schein.
Under this wall that a) bores, b) scares
barbed wire meshes lie flat like skeins
of your granny’s darnings (her chair still rocks!)
But the voltage’s too high for socks.
Unter dieser Mauer die a) nervt, b) schreckt
ragen Stacheldrahtmaschen gestreckt
wie Fäden von Großmutters Wollzeug (ihr Webstuhl kann rocken!)
Doch die Spannung ist zu hoch für Socken.
Beyond this wall throbs a local flag
against whose yellow, red, and black
Compass and Hammer proclaim the true
masonic dream came through.
Über der Mauer weht eine Flagge und wie
gegen das Gelb, Rot und Schwarz vis-á-vis
Hammer und Zirkel sagen was ist:
dass des Freimaurers Traum wahr geworden ist.
The Vopos patiently in their nest
through binoculars scan the West
and the East; and they like both views
apparently devoid of Jews.
Die Vopos, geduldig in ihrem Nest,
im Fernglas die Stadt Berlin(West)
und Ostberlin; ähneln sich wie zwei Buden,
beide sind scheinbar frei von Juden.
Those who are seen here, thought of, felt,
were driven away by the sense of Gold
or by a stronger Marxist urge.
The wall won’t let them merge.
Die hier zu sehen sind, gedacht, geholt,
sind bestimmt von jenem Sinn für Gold
oder von stark marxistischem Gebühren
Die Mauer will sie nicht zusammen führen.
Come to this wall if you hate your place
and face a sample of cosmic space
where no life-forms can exist at all
and objects only fall.
Komm zur Mauer, wenn du dein Leben hasst,
sei Zeuge, wen das Universum schasst,
wie feindlich es sich mit dem Leben anlegt
und nur Objekte zum Fallen bewegt.
Come to this scornful of peace and war
petrified version of either/or
meandering through these bleak parts which act
like a mirror that’s cracked.
Komm zu diesem Hohn von Krieg und Frieden
betonierte Version von Entweder / Oder hienieden
mäandert durch dies düstere Werk und wirkt
wie Welt, die ein zerbrochener Spiegel birgt.
Sad is the day here. In the night
searchlights illuminate the blight
making sure that if someone screams,
it’s not due to bad dreams.
Traurig ist der Tag hier. In der Nacht
beleuchten Scheinwerfer, wer sich flüchtig macht
und sorgen, dass, wenn jemand schreit,
kein Traum es ist, sondern Wirklichkeit.
For dreams here aren’t bad: just wet with blood
of one of your likes who left his pad
to ramble here; and in his head
dreams are replaced by lead.
Für Träume ist’s hier schlecht: nur Dämpfer mit Blut,
wie jene ihresgleichen, mit jenem Mut,
hier etwas zu wandern; bleibt vorausgesetzt,
Träume werden durch Blei ersetzt.
Given that, it’s only Time
who has guts enough to commit the crime
of passing this place back and forth on foot:
at pendulums they don’t shoot.
Oder dies, ‘s wäre ‘ne mutige Zeit
das heißt der Verbrechen Endlichkeit
und jeder wüsste, sein Dienstbuch wird schließen:
beim Pendel sie würden nicht schießen.
That’s why this site will see many moons
while couples lie in their beds like spoons,
while the rich are wondering what they wish
and single girls eat fish.
Drum wird diese Seite noch viele Monde löffeln,
während Paare in Betten liegen wie Löffel,
während sich Reiche ihre Wünsche vorplappern.
und Single-Mädchen an Fischen knabbern.
Come to this wall that beats other walls:
Roman, Chinese, whose worn-down, false
molars envy steel fangs that flash
scrubbed of thy neighbor’s flesh.
Komm zu dieser Mauer, die andre Mauern schlägt:
Römische, Chinesische, deren Zähne, ungepflegt,
neiden dem Zahn aus Stahl die Kraft,
die das Fleisch aus deines Nachbarn Körper rafft.
A bird may twitter a better song.
But should you consider abortion wrong
(or that the quacks ask too high a fee),
Come to this wall, and see.
Ein Vogel mag ein besseres Lied anstimmen
Doch kannst du Abtreibung nichts abgewinnen
(der Engelmachern**** kein Vertrauen lieh),
Komm zu dieser Mauer – und sieh.

Übersetzung:©Axel Reitel, 2014/18/4; Vorbemerkung: ©Axel Reitel, 2014/19/5.


Anmerkungen:

*Urania, Muse der Astronomie, die weiteren acht sind Klio, Muse der Geschichtsschreibung; Melpomene, die Muse der Tragödie; Terpsichore, Muse für Chorlyrik und Tanz; Thalia, Muse der Komödie; Euterpe, Muse der Lyrik und des Flötenspiels; Erato, Muse der Liebesdichtung; Polyhymnia, Muse des Gesangs mit der Leier; sowie Kalliope, Muse der epischen Dichtung, der Rhetorik, der Philosophie und der Wissenschaft.
**W.W. Grashalme, Gesang von mir selbst, 33. Kapitel.
*** Sophokles, Werke , Berlin 1982, S. V.
**** Engelmacher... Umgangssprachlicher Ausdruck für Kurpfuscher, das waren fernab jeglicher ärztlichen Kompetenz Schwangerschaftsabbrüche durchführende Privatiers. Der russische Regisseur Sergej Eisensteins fing dieses Thema auf in seinem Dokumentarfilm aus dem Jahr 1929, „Frauennot-Frauenglück“. Dieser Aufklärungsfilm - und Befürwortung eines Abbruchs unter medizinischer Aufsicht, - wurde gedreht im Universitätsklinikum Zürich.

Quelle der Erstveröffentlichung (für den Blog durchgesehen und überarbeitet) : 
http://textkette.com/2014/05/17/the-berlin-wall-tune/ (Zuletzt eingesehen 19. Mai 2014)

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By collegiumnovum.blogspot.de - Mai 17, 2014 Keine Kommentare:
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Freitag, 9. Mai 2014

Buchkritik: Eine geheimnisvolle Symbiose - Gedichtzyklus um eine Cavalier-Prince-Charles-Spaniel-Dame





Eine geheimnisvolle Symbiose

von Axel Reitel


Ein wahrlich geheimnisvolle Symbiose bindet hier Mensch an Tier. Ein spektakulärer Geheimauftrag, nämlich "die Dinge der Menschen zu ordnen", - ein quasi weitergedachter Lear ("das Geheimnis der Dinge auf sich nehmen") - lässt das lyrische Ich dieses an Apercus und klugen Partikeln reichen Gedichtbandes und seine Hundedame, Miss Suki, auf zwei Kontinenten einhergehen.

Dazu das auch sehr zu empfehlende Zitat von Anton G. Leitner in: DAS GEDICHT; Jahrgang 21 (2013)

„Gedichte über Tiere gehören seit jeher zum festen Themenschatz der Poesie. Während der römische Dichter Catull dereinst den Sperling seiner geliebten Lesbia besang, widmet der 1954 in Plauen/Vogtland geborene Schriftsteller Utz Rachowski dem kleinen „CavalierPrince Charles Spaniel“ namens Suki einen ganzen Gedichtband.

Rachowski weilte für einen Lehrauftrag für einige Monate lang in Pennsylvania, USA. Dort behütete er neben seinen sieben Studenten auch die titelgebende Hündin, die er mit liebevollen Versen wie diesen charakterisiert: „mein Hündchenmit denlangen Haaren / hisste die Flagge der Schwanz / ein einziges Weiß (…) seine Ohren Propeller sind Flügel“.

Und welcher Hundebesitzer würde Rachowskinichtbeipflichten, wenn er dichtet: „Nein zu sagen / ist sehr schwer // wenn mein kleiner Hund bettelt / um einen Leckerbissen“.
Wann immer das Lyriker-Herrchen ganz prosaisch „Kacke im Plastikbeutel / zum Mülleimer / an der Straßenecke“ trägt, bannt er dieses Erlebnis in Verse, die von der„Demut / gegenüber den kleinen Dingen“ handeln.


Und so spiegelt sich in der elementaren Beziehung zwischen einem Menschen und dessen Haustier fast die ganze Welt wider. Rachowski hat mit MISS SUKI ein gleichermaßen charmantes wie singuläres Lyrikprojekt vorgelegt…“

Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen. 

Utz Rachowski, Miss Suki der Amerika ist nicht weit, 72 Seiten, Mironde-Verlag 2013, 22 Euro, ISBN-10: 3937654496.
Quelle: http://www.tabularasa-jena.de/artikel/artikel_5533/ (Stand 09.Mai 2014)

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By collegiumnovum.blogspot.de - Mai 09, 2014 Keine Kommentare:
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Sonntag, 27. April 2014

Radionterview - Axel Reitel über sein Feature "Hass auf Heimat"

Interview 

Axel Reitel über sein Feature "Hass auf Heimat - die rechte Opposition der DDR " 


6'22''


Interview anhören : https://www.youtube.com/watch?v=CmPqGQMLbrk




Foto: Ule Kamal Mägdefrau, 2013

Ursendung: 12. Oktober 2011, MDR-Figaro, Blick auf den Abend Das Interview ist auch nachlesbar in:
"Nachzensur  - DDR und Osteuropa zwischen Revolte und Reaktorkatastrophe. Fünf Features". Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Manfred Wilke. Verlag Dr. Köster. 168 Seiten. 14,80 Euro

ISBN: 978-3-8957-842-4

Veröffentlicht: 13. Dezember 2013



Aus Rezensionen:

"Bilder deutscher Geschichte" - Freie Presse

"...brillante Texte" - www. weltexpress.de

"Buch des Tages" - B.Z.


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Samstag, 26. April 2014

Zitiert: "Deutsche, ihr müsst wieder Abschreckung lernen!"

Deutsche, ihr müsst wieder Abschreckung lernen!
Europa sollte geeint handeln. Und Deutschland muss verstehen, dass Diplomatie nicht alles ist. Mit Russland nur zu reden, hilft nicht weiter. Denn es will die EU und die Nato destabilisieren. Von Anne Applebaum
Und doch bin ich mir nicht sicher, ob alle Deutschen sich erinnern – oder erinnern wollen –, wie diese Kriege, die Gewalt und der Genozid letztlich zu einem Halt kamen.Hat Deutschland die Lektionen der Geschichte des 20. Jahrhunderts gelernt? Wenn ich darüber nachdenke, merke ich: Die Frage ist absurd. Es gibt kein Land, das mehr Denkmäler baute, mehr Bücher schrieb und mehr öffentlich und privat an seiner Rolle in den Kriegen, angesichts der Gewalt und des Völkermordes des 20. Jahrhunderts litt.
Der Zweite Weltkrieg wurde nicht dank Diplomatie beendet, und Hitler hat sich auch nicht aus Polen zurückgezogen, nachdem dies die Vereinten Nationen gefordert hätten. Genauso wenig wurde der Holocaust gestoppt, weil das Nazi-Regime dann doch von der Weisheit des Internationalen Rechts überzeugt wurde.
Nein, da muss man schon klar und deutlich sein: Hitlers Herrschaft brach zusammen, weil einige mächtige ausländische Armeen in Deutschland einmarschierten und die Wehrmacht besiegten. Mit Diplomatie hatte das nichts mehr zu tun.
Ostpolitik war gut, US-Raketen waren besser
Das gleiche gilt für den Kalten Krieg. Ich bin froh darüber, dass die Deutschen immer noch die Erfinder der Ostpolitik feiern, jene Männer, die still und leise hinter den Kulissen wirkten, um das Leben der Menschen in der östlichen Hälfte Deutschlands zu erleichtern oder anderen zur Flucht zu verhelfen.
Aber es war nicht die Ostpolitik, die in diesem ein halbes Jahrhundert geteilten Deutschland die Russen aus Westdeutschland und dem Rest Westeuropas zurückhielten. Nein, auch hier sage ich klar und deutlich: Die Rote Armee wurde durch eine große Anzahl amerikanischer Soldaten, Waffen, Panzer und Nuklearwaffen abgeschreckt. Mit Diplomatie hatte das auch nichts mehr zu tun.
Seither möchten Deutsche gerne glauben, dass die Welt sich verändert hat. Wie alle Europäer ziehen deutsche Politiker die Diplomatie der nuklearen Abschreckung vor.
Und die Deutschen sind in der Tat gut in Diplomatie: In der jüngsten Ukraine-Krise schickte Bundeskanzlerin Merkel diverse Unterhändler nach Kiew, sprach mehrmals telefonisch mit Putin, versuchte alles, die Krise friedlich zu beenden und die Russen zu überzeugen, innerhalb der Grenzen des internationalen Rechtssystems zu agieren. Unglücklicherweise scheiterte sie damit, aber nur, weil niemand hätte erfolgreich sein können.
Russland hat nicht der Gewalt abgeschworen
Denn die Wahrheit ist die: Auch wenn Deutschland der Gewalt abgeschworen hat, heißt das nicht, dass Russland selbiges getan hätte. Und nur weil die Deutschen sich an das Völkerrecht halten, muss der .Russe dies nicht tun.
Russland ist nicht nur am internationalen Recht nicht interessiert, Russland will es zerstören. Warumannektierte Putin die Krim, statt den Konflikt, so wie er es im Falle Abschasiens und Südossetiens tat, in einem Schwebezustand zu belassen?
Er tat so, weil er beweisen wollte, dass alle Regeln, nach denen Europa und besonders Deutschland in den letzten 60 Jahren lebten, nicht länger gelten. Er will das Vertrauen, das die Europäer in ihre Grenzen haben, destabilisieren. Er will, dass all die Pakte, Verträge und Vereinbarungen, die Europa nach 1945 und 1989 befriedeten, von uns selbst hinterfragt werden.
Er will auch alle Institutionen, die Europa nach 1945 und 1989 aufbaute, unterminieren. Besonders die Nato. Lange vor den Unruhen in der Ukraine haben russische Militärs die Staaten der Ostsee provoziert, um deren militärische Stärke zu testen.
Schröder und Berlusconi haben Putin geholfen
Letztes Frühjahr flog die russische Luftwaffe einen Scheinangriff gegen Schweden und kam der schwedischen Luftwaffe bei den Gotland Inseln sehr nah.
Finnland wurde mehr oder weniger unverschleiert gedroht, den baltischen Staaten entzog man Industriegeschäfte und ließ verlauten, man plane oder habe bereits Langstreckenwaffen an der westlichen Grenze installiert – mit Ziel: Deutschland. Sinn dieser Spiele und Manöver ist es, den Eindruck westlicher Schwäche zu erwecken. Selbiges geschah mit der Annexion der Krim.
Und natürlich will Putin in erster Linie die Europäische Union destabilisieren, weil sie die einzige Organisation ist, die seine Hauptziele verhindern kann: Europa weiter von russischem Gas abhängig zu halten und korruptes russisches Geld anzunehmen.
Ist Europa uneins, dann wird es für ihn ein leichtes Spiel. Mit Geschäftsbeziehungen und politischen Allianzen wie zu Gerhard Schröder und Silvio Berlusconi ist ihm dies in den letzten Jahren recht gut gelungen.
60 Jahre Frieden und Wohlstand für Deutschland
Diplomatie kann auf diese massiven Angriffe nicht die Antwort sein. Nur als Ganzes kann Europa eine neue Energiepolitik entwickeln, die unsere Abhängigkeit von russischem Gas mindert.
Gesamteuropa kann auch Gesetze zum freien Handel erlassen, die Putins Politik des punktuellen Boykotts verhindern. Und natürlich kann Europa Antikorruptionsgesetze auf den Weg bringen und verhindern, dass russisches Geld und problematisches Geschäftsgebaren Europas Finanzinstitutionen aushöhlen.
Aber weitaus wichtiger ist, dass Europa die Nato wiedererstarken lässt, damit diese ihre Truppen an die östlichen Grenzen stellt, um Putin davon abzuhalten, nach der Ukraine auch noch das Baltikum, Polen, Rumänien und andere Länder zu destabilisieren.
Alle europäischen Institutionen haben Deutschland in den letzten 60 Jahren Frieden und außergewöhnlichen Wohlstand gebracht. Will Deutschland dies alles verteidigen, braucht es nun doch mehr als nur Diplomatie.
Aus dem Englischen von Andrea Seibel.

© Axel Springer SE 2014. Alle Rechte vorbehalten

Anne Applebaum, 49, ist eine polnisch-US-amerikanische Historikerin. Ihre Arbeiten über die Geschichte Osteuropas und des Kommunismus wurden mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erschienen: „Der Eiserne Vorhang“ (Siedler, 1913). Applebaum hat in Osteuropa nicht nur intellektuell Heimat gefunden, sondern auch privat: Sie ist mit dem polnischen Außenminister Sikorski verheiratet
Foto: DAVID COOPER/TORONTO STAR/Getty

Anne Applebaum, 49, ist eine polnisch-US-amerikanische Historikerin. Ihre Arbeiten über die Geschichte Osteuropas und des Kommunismus wurden mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erschienen: "Der Eiserne Vorhang" (Siedler, 1913). Applebaum hat in Osteuropa nicht nur intellektuell Heimat gefunden, sondern auch privat: Sie ist mit dem polnischen Außenminister Sikorski verheiratet.

Quelle: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article127262189/Deutsche-ihr-muesst-wieder-Abschreckung-lernen.html?fb_action_ids=10202899834990949&fb_action_types=og.recommends (Stand 16. April 2014)

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By collegiumnovum.blogspot.de - April 26, 2014 Keine Kommentare:
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Freitag, 25. April 2014

Live-Mitschnitt: BUCHPREMIERE: MAUERKRIEGER. AKTIONEN GEGEN DIE MAUER IN WEST-BERLIN 1989


Hörens-und sehenswert!

Live-Mitschnitt: 

Hier geht es zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=mIsrXAcDoQE




BUCHPREMIERE: MAUERKRIEGER. AKTIONEN GEGEN DIE MAUER IN WEST-BERLIN 1989

Kategorie: Wissen live

MI, 05.03.2014 - 19:00 UHR
BUCHPREMIERE: MAUERKRIEGER. AKTIONEN GEGEN DIE MAUER IN WEST-BERLIN 1989

Buchpremiere im Gewölbe der ehemaligen »Oswald-Berliner-Brauerei«, 
Brunnenstraße 143 am U-Bhf. Bernauer Straße, 13355 Berlin. 

Begrüßung: 
Prof. Dr. Axel Klausmeier 
(Stiftung Berliner Mauer) und 
Dr. Christoph Links (Ch. Links Verlag) 

Im Gespräch: 
Frank Willmann und Raik Adam 
Moderation: Dr. Kay Kufeke 
(Stiftung Berliner Mauer) 

Mit freundlicher Genehmigung der Stiftung Berliner Mauer, des Verlages Ch. Links, der Gedenkstätte Notaufnahmelager Marienfelde, Frank Willlmann, Raik Adam, Axel Reitel.

Mitschnitt und Video: Axel Reitel

Alle Rechte der Fotos bei Raik Adam

Ole Gic, Frank Willmann  (Hg.), Mauerkrieger, Aktionen gegen die Mauer in West-Berlin 1989, Verlag Ch. Links (VÖ: 24. Februar 2014), ISBN: 978-3-86153-788-5, 128 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 14,90 Euro


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By collegiumnovum.blogspot.de - April 25, 2014 Keine Kommentare:
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Mittwoch, 16. April 2014

Sogar in New York ausleihbar: Seelenbrennen. Gespräche mit dem Ausnahmemusiker Reinhard Fissler


Vor dreizehn Jahren,
im Frühjahr 2004,
fanden die legendären Buchsessions
mit dem Ausnahmemusiker
Reinhard Fissler

statt




Vor dreizehn Jahren fanden bei Reinhard Fissler in Berlin - Bohnsdorf die Buchsessions über sein Leben als Musiker und ALS - Erkrankten statt. 

Die Sessions umfassten am Ende sechs CDs. 
Am 1. Januar 2007 gelangten die Gespräche mit Reinhard schließlich als Buch auf den Markt. 

Trotz Reinhards irreparabler Krankheit ist das eine wahnsinnig schöne und wertvolle Erinnerung. 

Und: "Gut, das es diese Gespräche gab und dieses Buch gibt", lobt nunmehr der Musikverlag & Direktversand Buschfunk das Kind. 

Besuch bei Buschfunk: http://konsum.buschfunk.com/seelenbrennen-ein-leben-fur-die-musik.html

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